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Luchsnachwuchs in Baden-Württemberg
Nachdem es im Frühjahr diesen Jahres im Nordschwarzwald erstmals seit rund 180 Jahren wieder Luchsnachwuchs in freier Wildbahn in Baden-Württemberg gegeben hatte, wurde nun auch im Südschwarzwald eine Luchskatze mit einem Jungtier gesichtet. Gleichzeitig gelang im Nordschwarzwald der Nachweis eines weiteren, bislang unbekannten Jungtiers. Damit sind im Schwarzwald nun aktuell vier Jungtiere bestätigt.

©FVA Baden-Württemberg: Wittemann
Medienmitteilung Baden-Württemberg, Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt, 04.11.2026:
Erster Luchsnachwuchs im Südschwarzwald
Bei dem Nachweis im Südschwarzwald handelt es sich um die erste dokumentierte Fortpflanzung einer selbstständig eingewanderten, wildlebenden Luchskatze im Land. Dies ist selten, da weibliche Luchse bei der Suche nach einem eigenen Territorium in der Regel keine großen Distanzen zurücklegen.
Woher die Luchskatze im Südschwarzwald stammt, ist derzeit noch nicht abschließend geklärt. Aufgrund der geografischen Nähe ist es jedoch sehr wahrscheinlich, dass das Tier aus der
Schweiz nach Baden-Württemberg eingewandert ist.
Ein Austausch zwischen den Schweizer und den baden-württembergischen Luchsvorkommen ist wichtig, um langfristig eine stabile Luchspopulation im Dreiländereck zu etablieren.
Ausgewilderte Luchskatze Verena führt im Nordschwarzwald zwei Jungtiere
Die ausgewilderte Luchskatze Verena wurde von einer Fotofalle gemeinsam mit zwei Jungtieren erfasst. Bislang war lediglich eines der Jungtiere bekannt, welches indirekt durch die genetische Analyse eines Haarfunds nachgewiesen worden war. Darüber hinaus ist im Nordschwarzwald die ausgewilderte Luchskatze Elisabeth mit einem Jungtier unterwegs, welches im Mai dieses Jahres erstmals nachgewiesen wurde.
Luchsmonitoring liefert Erkenntnisse
„Diese Nachweise zeigen, wie wichtig ein kontinuierliches und wissenschaftlich fundiertes Monitoring ist, um die Entwicklung des Luchsvorkommens in Baden-Württemberg zu dokumentieren und zu bewerten“, sagt Jens Seeger, Wildtierökologe an der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA). Ob noch weitere Jungtiere geboren wurden, ist derzeit nicht bekannt. Das landesweite Luchsmonitoring wird von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) im Auftrag des Landes durchgeführt. Dabei werden Hinweise auf die Anwesenheit von Luchsen systematisch erfasst, überprüft und nach einheitlichen wissenschaftlichen Standards bewertet. Fotofallenaufnahmen, genetische Nachweise und Sichtungen liefern wichtige Erkenntnisse über die Verbreitung sowie über die Entwicklung des Luchsvorkommens.
