Umsiedlung

Luchs Koda wurde im Pfälzerwald ausgewildert

Projekt der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz (SNU) gemeinsam mit der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) soll genetische Vielfalt des rheinland-pfälzischen Luchsbestandes langfristig sichern.

© SNU / Chris Doulhy © SNU / Chris Doulhy

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Pressemitteilung Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten, Rheinland-Pfalz, 23.06.2026:

Erstmals seit dem Abschluss des LIFE-Wiederansiedlungsprojekts (2016-2021) wurde wieder ein Luchs in Rheinland-Pfalz ausgewildert. Der Kuder (Luchsmännchen) namens Koda stammt aus einem speziellen Nachzuchtprogramm von Luchsen zur Auswilderung im Freiland, an dem der Tiergarten Nürnberg beteiligt ist. Mithilfe des gemeinsamen Projektes von SNU und FAWF soll die genetische Vielfalt des Luchsbestandes im Biosphärenreservat Pfälzerwald langfristig gesichert werden. Die Alosa-Stiftung hat eine Patenschaft für den Luchs übernommen.

«Die Rückkehr der Luchse in den Pfälzerwald ist ein großer Erfolg. Forst, Jagd, Nutztierhaltung und Naturschutz arbeiten in diesem Projekt vorbildlich zusammen. Es ist von großer Bedeutung, dass nun die Grundsteine gelegt werden, um diesen Erfolg dauerhaft zu erhalten», sagte Landwirtschafts- und Umweltministerin Christine Schneider, die zugleich Vorstandsvorsitzende der Stiftung Natur und Umwelt ist. 

Luchskuder Koda wurde im Mai 2025 im Tiergarten Nürnberg geboren. Im Februar dieses Jahres zog er in ein Koordinationsgehege des Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe, um dort auf seine Auswilderung vorbereitet zu werden. «Wir freuen uns sehr darüber, dass nun ein Nürnberger Luchs einen Beitrag zum Erhalt Europas größter Katzenart im Pfälzerwald leistet. Auch diese Auswilderung zeigt deutlich, welche wichtige Rolle Zoos im Natur- und Artenschutz spielen», sagte Jörg Beckmann, Biologischer Leiter und stellvertretender Direktor des Tiergartens Nürnberg.

Das Projekt zur Nachzucht der Luchse wird von der European Association of Zoos and Aquariums (EAZA) und dem Netzwerk Linking Lynx koordiniert. Koda soll sich mittelfristig in der Luchspopulation im Pfälzerwald mit Weibchen paaren und sich dadurch genetisch in die bestehende Population einbringen, um deren Diversität zu stärken. Die Luchspopulation im Biosphärenreservat umfasste rund 20 Gründertiere. Nach anfänglich positivem Trend führten Zufallsereignisse, wie der frühe Ausfall und die fehlende Reproduktion ausgewilderter Weibchen, zu einem erhöhten Inzuchtrisiko – verwandtschaftliche Paarungen und teils nicht überlebensfähige Jungtiere sind bereits dokumentiert. 

«Um dem entgegenzuwirken sollen in den nächsten fünf Jahren jährlich ein bis zwei genetisch passende Luchse ausgewildert werden», so Christine Schneider. «Die genetische Entwicklung wird analysiert und bei Bedarf kann das Projekt über weitere zehn Jahre fortgesetzt werden.» Die Integration und Reproduktion der Tiere werden mittels Telemetrie und genetischem Monitoring evaluiert. Die systematische Sammlung und Analyse von Kot-, Haar- und Gewebeproben sollen Aussagen über die genetische Vielfalt und Verwandtschaftsverhältnisse ermöglichen, die die Basis für weitere Auswilderungen geben. Über die Freilassungsorte wird situativ entschieden. Alle fünf Jahre wird das Projekt hinsichtlich seines Maßnahmenerfolgs und weiterer notwendiger Schritte evaluiert.

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